Überführungstour 1998 von Aveiro / Portugal nach Kiel mit der Dirk.

Im Mai sind wir zu viert (Monika + Wolfgang + Malte + ich) nach Portugal geflogen. Das Abslippen werde ich nie vergessen. Es ging auf einem Schlittengestell die schiefe Ebene hinunter. Gezogen wurde mit einer 5 cm dicken Festmacherleine, die sich wie ein Gummiband 3m in die Länge zog, bevor das Boot mit 8 Tonnen in Schwung kam. Einige Meter weit rutschte der Schlitten dann und kam wieder zum Stehen. Im Fluß wollte der Motor dann nicht starten und die Stömung schob uns aufs Ufer zu. Im letzten Moment sprang der Motor dann doch noch an.

Nun fuhren wir weiter nach Bayona und um das Cap Finistere nach La Coruna. Mit einem guten Wetterbericht haben wir uns dann auf die Biskaya gewagt.Wir hatten wenig Wind, sodaß der Motor oft helfen musste.

Mitten auf der Biskaya haben wir dann ein grosses Stück Fischernetz gefunden.Es hat sich um den Proeller gewickelt bis der Motor stehen blieb. Nach einigen Tauchgängen mit dem grossen Brotmesser war der Propeller dann wieder frei. Nach 4 Tagen sind wir in Brest angekommen. Hier haben wir einen Crewwechsel gemacht.

Mit den zwei neuen Seglern (Thomas + Walter) bin ich dann in das gemütliche Fischerdorf Camaret-Sur-Mer gesegelt. Ein kurzer Törn zum eingewöhnen. Hier wurden wir vom französischen Zoll gründlich durchsucht. Wie gut daß ich seit 2 Tagen stolzer Besitzer eine Falggenzertifikats war! Dieses Dokument ist nur in Frankreich notwendig. Hat man es nicht sind sofort einige Hundert Mark Strafe fällig oder das Boot wird an die Kette gelegt.

Die nächsten Häfen waren Perros Guirec in Nordfrankreich und Peter Port auf Guernsey. Die Strecke nach England mussten wir uns dann wieder erkämpfen bei 8 Windstärken am Wind und 3 m hohen Wellen. Von Cowes im Solent ging es weiter nach Brighton wo mein Vater zustieg. In Dover hielt uns dann der Nebel einen Tag auf. Ohne Radargerät sollte man es nicht wagen den Kanal an seiner engsten Stelle zu kreuzen, denn hier sind auf engstem Raum Seeschiffe und schnelle Fähren unterwegs. Nachdem sich der Nebel aufgelöst hatte sind wir mit herrlichen 5 Windstärken bei halbem Wind über den Kanal gepustet worden. Unter der belgischen Küste hinter den Sandbänken sind wir weitergesegelt.

Vor der holländischen Küste war der Wind dann so stark , daß wir uns entschlossen nach Rotterdam einzulaufen. Die Einfahrt der größten Hafens der Welt ( lt. Hafenhandbuch ) ist ca. 1 km breit. Der achterliche Wind stand gegen den Gezeitenstrom, sodass sich hohe Wellen aufbauen konnten. Aus der Einfahrt kamen dann auch noch 3 kn Strom. Das alles zusammen sorgte für unberechenbare Wellen, die dich plötzlich auf 4 m Höhe aufbauen konnten, um dann genausoschnell wieder zu verschwinden. Dazu kam dann noch reger Schiffsverkehr. Auch die Marina war nicht so wie im Handbuch versprochen. Ich
glaube IN der Sportbootschleuse in Holtenau liegt man gemütlicher. Zumindest rangieren dort keine Hochseeschlepper mit Namen 'Doggerbank' in 10 m Abstand.

In der Holtenauer SchleuseNachdem der Wind etwas nachgelassen hatte, ging es dann weiter. In 3 Tagen hatten wir dann Cuxhaven erreicht. Durch den Nordostseekanal sind wir dann nach Kiel gefahren. Am Sonntag Nachmittag im PTSK in der Schwentine haben uns viele Freunde empfangen. Nochmals herzlichen Dank dafür!

Wir hätten auch nicht später ankommen dürfen, da am Montag alle wieder arbeiten mussten. Vielen Dank an alle Mitsegler - Es hat mir viel Spass gemacht.

Matthias Busse


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