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Vorschriften für die Beufsschiffahrt
Rheinschiffsuntersuchungsordnung

Auszüge zu Rettungsmitteln aus der
Rheinschiffsuntersuchungsordnung (RheinSchUO)


§ 10.05
Rettungsringe und Rettungswesten

1. An Bord der Fahrzeuge müssen mindestens drei Rettungsringe vorhanden sein. Sie müssen sich verwendungsbereit an geeigneten Stellen an Deck befinden und dürfen in ihren Halterungen nicht befestigt sein. Mindestens ein Rettungsring muss sich in unmittelbarer Nähe des Steuerhauses befinden und muss mit einem selbstzündenden, batteriebetriebenen, in Wasser nicht verlöschendem Licht versehen sein.

Rettungsringe müssen

a) einen Auftrieb im Frischwasser von mindestens 100 N haben;

b) aus geeigneten Werkstoffen gefertigt und widerstandsfähig gegen Öl und Ölerzeugnisse sowie gegen Temperaturen bis 50 °C sein;

c) durch ihre Farbe im Wasser gut sichtbar sein;

d) eine Eigenmasse von mindestens 2,5 kg haben;

e) einen Innendurchmesser von 45 cm ± 10 % haben;

f) mit einer ringsherum laufenden Greifleine versehen sein.

2. An Bord der Fahrzeuge muß für jede gewöhnlich an Bord befindliche Person eine Rettungsweste griffbereit vorhanden sein.

Rettungswesten müssen den Anforderungen nach Nummer 1 Buchstabe a bis c oder der europäischen Norm EN 395 (100 N Auftrieb) entsprechen.

Aufblasbare Rettungswesten müssen selbsttätig und zusätzlich sowohl durch Handauslösung als auch mit dem Mund aufgeblasen werden können. Sie müssen entsprechend den Herstellerangaben geprüft sein.
 

§ 15.08
Besondere Vorschriften für Rettungsmittel

1. An Bord der Fahrgastschiffe müssen Rettungsringe in der sich aus folgender Tabelle ergebenden Anzahl vorhanden sein:
 
LWL in m
 Höchstzulässige Anzahl der Fahrgäste
Anzahl der Rettungsringe
bis 25
bis 200
3
über 25 bis 35
über 200 bis 300
4
über 35 bis 50
über 300 bis 600
6
über 50
über 600 bis 900
8
---
über 900 bis 1200
10
---
über 1200
12

Für die Festlegung der Anzahl der Rettungsringe ist jeweils der höhere Wert maßgebend, der sich aus der ersten oder zweiten Spalte ergibt.

Die Hälfte der vorgeschriebenen Rettungsringe muß mit einer mindestens 30 m langen, schwimmfähigen Leine versehen sein.

2. An Bord der Schiffe mit LWL von weniger als 25 m müssen zusätzlich zu den Rettungsringen nach Nummer 1 für die gesamte der je nach Verwendungszweck höchstzulässigen Anzahl der Fahrgäste sowie für das zum Schiff gehörende Bedienungspersonal Einzel- oder Sammelrettungsmittel vorhanden sein.

3. Rettungsmittel müssen an Bord so untergebracht sein, daß sie im Bedarfsfall leicht und sicher erreicht werden können. Verdeckte Aufbewahrungsstellen müssen deutlich gekennzeichnet sein.

4. Einzelrettungsmittel sind die Rettungsringe und Rettungswesten nach § 10.05 sowie Rettungsblöcke und Ausrüstungsgegenstände, die zum Tragen einer sich im Wasser befindlichen Person geeignet sind.

Rettungsblöcke und Ausrüstungsgegenstände müssen

a) einen Auftrieb im Frischwasser von mindestens 100 N haben;

b) aus geeigneten Werkstoffen gefertigt und widerstandsfähig gegen Öl und Ölerzeugnisse sowie gegen Temperaturen bis zu 50 °C sein;

c) mit geeigneten Haltevorrichtungen versehen sein und

d) rückstrahlend orangefarbig sein oder dauerhaft angebrachte rückstrahlende Flächen von mindestens 100 cm² haben.

Aufblasbare Einzelrettungsmittel müssen entsprechend den Herstellerangaben geprüft sein.

5. Sammelrettungsmittel sind Beiboote, Rettungsflöße und Ausrüstungsgegenstände, die zum Tragen mehrere sich im Wasser befindlicher Personen geeignet sind. Sie müssen

a) über eine Beschriftung verfügen, aus der der Verwendungszweck und die Anzahl der Personen hervorgeht, für die sie geeignet sind;

b) einen Auftrieb im Frischwasser von mindestens 100 N je Person haben;

c) eine stabile Schwimmlage einnehmen sowie beibehalten können und dabei über geeignete Haltevorrichtungen für die angegebene Personenzahl verfügen;

d) aus geeigneten Werkstoffen gefertigt und widerstandsfähig gegen Öl und Ölerzeugnisse sowie gegen Temperaturen bis zu 50 °C sein;

e) rückstrahlend orangefarbig sein oder dauerhaft angebrachte rückstrahlende Flächen von mindestens 100 cm² haben und

f) von ihrem Aufstellungsort rasch und sicher von einer Person über Bord gelassen werden können.

6. Aufblasbare Sammelrettungsmittel müssen darüber hinaus

a) aus mindestens zwei getrennten Luftkammern bestehen;

b) beim Zuwasserbringen selbsttätig oder durch Handauslösung aufgeblasen werden können;

c) bei jeder vorkommenden Belastung, auch wenn nur die Hälfte der Luftkammern aufgeblasen ist, eine stabile Schwimmlage einnehmen und beibehalten und

d) entsprechend den Herstelleranweisungen geprüft sein.
 

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Links:
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Stand 12.2002                                               Busse-Yachtshop.de